Handschrift: Schön oder leserlich?
Schreiben will gelernt sein: Bis heute machen die Bundesländer unterschiedliche Vorgaben, nach welcher Methode Kinder in der Grundschule das Schreiben lernen.
Schreiben will gelernt sein: Bis heute machen die Bundesländer unterschiedliche Vorgaben, nach welcher Methode Kinder in der Grundschule das Schreiben lernen.
Schluss mit zu viel Beliebigkeit. Das Land Baden-Württemberg hat einen Grammatikrahmen für das Fach Deutsch auf den Weg gebracht. Seit diesem Schuljahr müssen sich Lehrkräfte von der 1. bis zur 10. Klasse an diesem orientieren, Hilfen dazu finden sie auch in den Lehrwerksangeboten von Klett. Was das Besondere am Grammatikrahmen ist, erläutert der wissenschaftliche Leiter Prof. Dr. Jakob Ossner.
Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie kritisiert die unzureichende schulische Förderung von Kindern mit einer Lese-Rechtschreibschwäche bzw. mit einer Rechenschwäche. Wir sprachen darüber mit Annette Höinghaus, Mutter von zwei erwachsenen Kindern mit einer Legasthenie. Sie ist verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes.
Das Thema Unterrichten in heterogenen Lerngruppen ist ein bildungspolitisches Dauerthema. Die auch in der Lehrerausbildung tätige Lehrerin Susanne von Treeck findet es selbstverständlich, dass sich Lehrkräfte als Profis für Unterricht eine differenzierte Haltung zu den Lernenden erarbeiten.
Nach der Fibelmethode in den 70er Jahren und der kontrovers diskutierten Methode „Lesen durch Schreiben“ bzw. „Schreiben nach Gehör“ erobern seit einiger Zeit Grundwortschatzlisten die Grundschulen. Mit diesen Listen sollen Kindern bis zum Ende der 4. Klasse gute Rechtschreibkenntnisse aufbauen. Aber wie genau funktioniert das? Sollen Kinder die Listen auswendig lernen?
Petra Breuer-Küppers (58) ist ausgebildete Lehrerin für Biologie und Musik in der Sekundarstufe I und hat lange an einer Realschule, einer Gesamtschule und einer Förderschule unterrichtet. Nach einem Zusatzstudium der Sonderpädagogik und einem Magister in Psychologie und Erziehungswissenschaften arbeitet sie seit vier Jahren an der Hans-Dieter-Hüsch-Schule in der Nähe von Mönchengladbach, die größte Schule für kranke Kinder und Jugendliche in Deutschland. Die Schule befindet sich auf dem Gelände der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters in Viersen-Süchteln, die die 190 Schülerinnen und Schüler mehrere Wochen bis zu mehreren Jahren stationär aufnimmt, unter anderem wegen Depressionen, Schulangst, Psychosen, Drogenmissbrauch oder Magersucht.
Eine Studie der Uni Bonn eignete sich im Sommer 2018 bestens für Schlagzeilen. Bedient sie doch die Frage, auf welche Weise Kinder am besten Schreiben lernen – eine fast schon ewige Diskussion. „Lesen durch Schreiben“ vs. „Fibel“. Laut Studie liegen die Vorteile bei der Fibel. Doch wie sieht der Alltag in den Schulen aus? Ein Blick in Klassenzimmer und in die Gefühlslage Betroffener.
Seit 25 Jahren gibt es die Hamburger Schreib-Probe (HSP) als deutschlandweiten Rechtschreibtest. Die HSP hat die Haltung der Lehrkräfte geändert, die mit ihr arbeiten. Und sie ist im digitalen Zeitalter angekommen.
Digitale Medien gehören längst zum Alltag von Kindern und Jugendlichen. Sie wissen, wo sie die gewünschten Buchstaben auf der Tastatur finden, tippen zügig Sätze. Doch wenn sie einen Gedanken per Hand zu Papier bringen sollen, kommen viele an ihre Grenzen. Die Diskussion ist längst entbrannt: Gehört die Schrift als Kulturtechnik der Vergangenheit an?
Kaum ein Schüler ist noch in der Lage, fehlerfrei zu schreiben. Auf der Schwelle von der Schule zum Beruf kann sich das rächen. Rechtschreib-Experte Manfred Maier über die laxe Haltung gegenüber Rechtschreibfehlern und wie Rechtschreibung unseren Ruf im Job schützen kann.
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