Der Ernst Klett Verlag veröffentlicht Whitepaper zur Bildungsrealität in einer vielfältigen Gesellschaft
Stuttgart, 12.11.2025 – Mehr als ein Drittel aller Schülerinnen und Schüler in Deutschland hat eine Einwanderungsgeschichte. 74 Prozent der Personen ohne Schulabschluss stammen aus Familien mit Migrationserfahrung, und 42 Prozent dieser Kinder sind von Armutsgefährdung betroffen. Diese Zahlen zeigen: Schule ist längst ein Spiegel der gesellschaftlichen Superdiversität und steht vor der Aufgabe, Bildungsgerechtigkeit unter zunehmend komplexen Bedingungen zu sichern.

Schulen in der Superdiversität – Zwischen Lernkultur, Technologie und Haltung
Der Ernst Klett Verlag widmet sich dieser Herausforderung mit dem neuen Whitepaper „Schule in der Superdiversität“, das am 15. November erscheint. Das Whitepaper beleuchtet, wie Schulen mit der zunehmenden Heterogenität umgehen, die aus geänderten sozioökonomischen, kulturellen und strukturellen Faktoren resultiert. Welche Unterstützung benötigen Lehrkräfte? Und welche Chancen ergeben sich daraus für Unterrichtsgestaltung und Medienentwicklung?
Lernen gerechter gestalten
„Superdiversität ist keine gesellschaftliche Randerscheinung, sondern die Wirklichkeit, in der unsere Kinder aufwachsen,“ betont Maximilian Schulyok, Geschäftsführer des Verlags. „Als Bildungsmedienverlag tragen wir Verantwortung dafür, dass Bildung alle erreicht: Jedes Kind und jeden Jugendlichen, auf seinem Niveau und in einer Progression, die weder über- noch unterfordert. Vielfalt fordert alle Akteure heraus, Bildung neu zu denken und eröffnet zugleich die Möglichkeit, Lernen gerechter zu gestalten.“
Das Whitepaper „Schule in der Superdiversität“ vereint unterschiedliche Perspektiven aus Forschung und Praxis:
- Interviews mit Schulen, die Wege gefunden haben, Vielfalt konstruktiv in ihre Unterrichtskultur einzubinden.
- Ein Gespräch mit Gloria Boateng, Lehrerin in Hamburg und Gründerin von SchlauFox, die über ihre eigenen Migrationserfahrungen berichtet und erläutert, wie diese ihren pädagogischen Blick auf den Unterricht prägen.
- Eine umfassende Analyse der Rechtschreibkompetenzen der letzten 15 Jahre auf Basis der Hamburger Schreib-Probe, die zeigt, wie sich Basiskompetenzen an den Übergängen und innerhalb der Schulformen verschoben haben.
- Ein Gespräch mit Prof. Daniela Götze und Dr. Michael Schlienz über neue Unterrichtskonzepte und Differenzierung in Bildungsmedien.
- Ein Beitrag zur Rolle von Künstlicher Intelligenz, die Lehrkräfte künftig bei der Förderung und Individualisierung unterstützen kann.
- Und nicht zuletzt: die Erkenntnis, dass Schulen klare Zielsetzungen und eine gemeinsame Vision brauchen, um Vielfalt produktiv zu gestalten.
Bekenntnis zu Mindeststandards in der Bildung
„Die individuellen Bedürfnisse der Lernenden zu erkennen, verlangt von Lehrkräften eine vertiefte Auseinandersetzung mit jedem einzelnen Kind, seinem Leistungsniveau und seiner Lernentwicklung,“ so Schulyok weiter. „Wenn wir Chancengleichheit ernst nehmen, sind ein Bekenntnis zu Mindeststandards und Monitoring sowie mehr Eigenverantwortung der Schulen und ein breiter politischer und gesellschaftlicher Wille zu mehr Bildungsgerechtigkeit notwendig.“
Das Whitepaper erscheint anlässlich des Klett Bildungsdialogs Superdiversität am 15. November in der Kokerei Hansa Dortmund, bei dem Wissenschaft, Didaktik und Schulpraxis diskutieren, wie Bildung in einer zunehmend diversen Gesellschaft gelingen kann. Mit dabei sind Prof. Aladin El-Mafaalani und Prof. Dr. Slivia-Iris Beutel von der TU Dortmund und die Fachleiterin Susanne van Treeck.
Das Whitepaper kann ab dem 15. November kostenlos hier abgerufen werden.
