Wie gelingt Unterricht, der Schülerinnen und Schüler wirklich begeistert? Drei junge Lehrkräfte zeigen mit ihren prämierten Konzepten, wie moderner MINT-Unterricht heute aussehen kann. Zum 14. Mal haben der Ernst Klett Verlag und der Verband MNU den Nachwuchswettbewerb für besondere MINT-Unterrichtsideen ausgelobt. Die Preisverleihung fand nun im Rahmen des 116. MNU-Bundeskongresses in Saarbrücken statt.
„Die ausgezeichneten Konzepte zeigen eindrucksvoll, wie innovativ und lebensnah MINT-Unterricht heute gestaltet werden kann“, sagt Jurymitglied Mathias Spengler, Redakteur beim Ernst Klett Verlag. „Sie greifen aktuelle didaktische Ansätze auf und machen komplexe Inhalte für Schülerinnen und Schüler verständlich und motivierend erfahrbar.“

(v.l.n.r.) Birgit Eisner (MNU), Madlen Husel (2. Preis), Lukas Convent (1. Preis), Gina-Maria Stark (3. Preis), Mathias Spengler und Cordula Rodenberg (Ernst Klett Verlag)
1. Preis: SQL spielerisch lernen und selbst gestalten (Informatik)
Lucas Convent vom Ernst-Barlach-Gymnasium in Schönberg (Landkreis Nordwestmecklenburg) entwickelte mit „SQL Game-based Learning“ eine Lernumgebung, in der Schülerinnen und Schüler SQL nicht nur anwenden, sondern eigene Lernspiele gestalten. Sein Ansatz verbindet spielerisches Lernen mit dem Prinzip „Lernen durch Lehren“ und lässt sich mit geringem Aufwand im Unterricht einsetzen und auf andere Lerngruppen übertragen.
2. Preis: Mathematik als Ermittlungswerkzeug im Kriminalfall
Den zweiten Preis erhielt Madlen Husel vom Gymnasium Oettingen (Bayern) für ihre Unterrichtsidee „Exponentialfunktion und Logarithmus im Anwendungszusammenhang – Mord im Chemielabor“. In einem fiktiven Kriminalfall analysieren Schülerinnen und Schüler Temperaturdaten, um den Todeszeitpunkt zu bestimmen und wenden dabei Exponentialfunktionen konkret an. Fachliche Inhalte, ein spannender Kontext und der gezielte Einsatz digitaler Werkzeuge greifen hier wirkungsvoll ineinander und machen mathematische Modellierung unmittelbar erfahrbar.
3. Preis: DNA verständlich und schülernah vermitteln (Biologie)
Der dritte Preis ging an Gina-Maria Stark von der Max-Klinger-Schule in Leipzig für ein Unterrichtskonzept mit dem Titel „Aufbau der DNA und zur DNA-Replikation“. Ausgangspunkt ist eine motivierende Leitfrage: Könnte man heute noch die DNA von Leonardo da Vinci untersuchen? Darauf aufbauend erarbeiten die Lernenden strukturiert zentrale biologische Prozesse und rekonstruieren die einzelnen Schritte der DNA-Replikation in kooperativen Arbeitsformen.
Nachwuchsförderung für die Zukunft des MINT-Unterrichts
Der vom Verband MNU und dem Ernst Klett Verlag seit 2013 jährlich verliehene Wettbewerb würdigt besonders gelungene, das heisst methodisch und didaktisch überzeugende, Unterrichtsideen von Referendar:innen und jungen Lehrkräften in den naturwissenschaftlichen Fächern. Die drei prämierten Entwürfe werden im MNU Journal veröffentlicht und stehen Lehrkräften bundesweit als Inspiration für den modernen MINT-Unterricht zur Verfügung.
Ziel des gemeinsamen Engagements ist es, Schülerinnen und Schüler nachhaltig für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern.
Weitere Informationen: www.mnu.de/wettbewerbe#besondere_unterrichtsideen
