Der Ernst Klett Verlag hat gemeinsam mit dem Deutschen Altphilologenverband zum vierten Mal den Nachwuchswettbewerb AD ASTRA ausgelobt. Der Wettbewerb macht innovative Unterrichtsansätze junger Lehrkräfte sichtbar und setzt ein Zeichen dafür, wie sich die Fächer Latein und Altgriechisch zwischen Digitalisierung und gesellschaftlichen Debatten weiterentwickeln.
Die nun auf dem Bundeskongress des Verbandes ausgezeichneten Beiträge geben einen Einblick in die Unterrichtspraxis der Fächer Altgriechisch und Latein und liefern Impulse für die bildungspolitische Diskussion zur Zukunft altsprachlicher Bildung.

Die Ausgezeichneten des Wettbewerbs: Johanna Lehnertz, Dr. Mattes Schmerdtmann, Annika Riener (v.l.n.r.)
1. Platz: Antike Graffiti treffen auf digitale Stadterkundung
Den ersten Platz belegt Dr. Mattes Schmerdtmann vom Freiherr-vom-Stein-Gymnasium im westfälischen Bünde mit seinem Beitrag „Sind diese Graffiti lasciva, invectivae oder salutationes?“ Mit der App Actionbound geht es auf digitale Schnitzeljagd. Sein Konzept für die Klassen 6 bis 8 verbindet Outdoordidaktik, Gamification und kulturhistorisches Lernen: Schülerinnen und Schüler begeben sich auf eine digitale Spurensuche durch den urbanen Raum und vergleichen antike mit modernen Graffiti. So wird Antike als Teil gegenwärtiger Alltagskultur erfahrbar.
2. Platz: Lateinunterricht im Spiegel der KI-Debatte
Der zweite Platz geht an Johanna Lehnertz vom Regino-Gymnasium in Prüm mit ihrer Unterrichtssequenz „Latein in Zeiten von KI – Warum noch (Latein) lernen?“.
Ausgehend von einer Diskussion über KI-gestützte Übersetzungstools reflektieren die Lernenden den Wert individuellen Sprachenlernens. Im Zentrum steht ein Vergleich von Catulls Carmen 51 mit dem Song „Mr. Brightside“. Die Sequenz zielt darauf ab, emotionale und soziale Kompetenzen zu stärken und existenzielle Grunderfahrungen des Menschen herauszuarbeiten. Der Ansatz zeigt exemplarisch, wie sich die Alten Sprachen in aktuelle Diskurse etwa um Future Skills und den Stellenwert von KI einbringen lassen.
3. Platz: Altgriechisch über Musik erschließen
Mit „Griechisch klingt! – Lieder als Brücke zwischen alt und neu“ wird eine Unterrichtseinheit ausgezeichnet, die Musik und Sprachvergleich kombiniert. Die Preisträgerin Annika Riener vom Stiftsgymnasium Kremsmünster (Österreich) verbindet Altgriechisch mit Neugriechisch und nutzt musikalische Zugänge, um Motivation und Sprachgefühl zu fördern. Besonders von der Jury hervorgehoben wurde die gelungene Verbindung von ästhetischer Erfahrung und analytischem Lernen.
Impulse für die Unterrichtsentwicklung
Die prämierten Arbeiten verdeutlichen, dass altsprachlicher Unterricht heute weit über die traditionelle Übersetzungsarbeit hinausgeht.
„Die ausgezeichneten Konzepte zeigen, wie anschlussfähig die Alten Sprachen an aktuelle Fragen sind. Zudem liefern sie wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Unterrichts“, sagt Jurymitglied Melanie Sattler, die in der Redaktion des Verlags die Lehrwerksreihen Pontes und Kantharos betreut. Sie ist überzeugt, dass digitale Tools und interdisziplinäre Perspektiven neue Lernwege im altsprachlichen Unterricht eröffnen und mit dazu beitragen, dass Latein und Altgriechisch auch weiterhin stabil im gymnasialen Bildungskanon verankert bleiben.
Mit dem Nachwuchswettbewerb AD ASTRA wollen der Ernst Klett Verlag und der Deutsche Altphilologenverband gezielt die Perspektiven junger Lehrkräfte in den Fokus rücken und sichtbar machen, welches Innovationspotenzial im altsprachlichen Unterricht steckt.
Weitere Informationen: www.klett.de/inhalt/latein/unser-engagement/12073
