Im Rahmen des Geo-Symposiums 2025, bei dem auch die Ergebnisse der aktuellen Geo-Monitor-Studie vorgestellt wurden, sind am 8. November die Gewinnerinnen und Gewinner des bundesweiten Wettbewerbs „Geo Innovativ“ ausgezeichnet worden. Der gemeinsame Preis von Ernst Klett Verlag und dem Verband Deutscher Schulgeographie e.V. würdigt herausragende und praxisorientierte Unterrichtsideen im Fach Geographie.

Gewinner Geo Innovativ 2025

v.l.n.r. Dr. Simone Reutemann VDSG, Julian Lange, Sarah Lena Kuhn, Mareike Tengen, Dr. Volker Meyer Klett

Der Wettbewerb, der seit 2014 alle zwei Jahre ausgeschrieben wird, richtet sich an Lehrkräfte im Referendariat sowie an Lehrkräfte mit bis zu fünf Jahren Berufserfahrung. Ziel ist es, neue, kreative und fundierte Impulse für den Geographieunterricht sichtbar zu machen. Das diesjährige Thema lautete: „Welt verstehen – Welt gestalten“. Auf dem Geo-Symposium 2025 wurden nun die drei besten Unterrichtseinheiten vorgestellt.

1. Preis: Julian Lange, Köln: „Vision Liblar 2040 – neu gedacht. Smart gemacht.“

Mit seiner Lerneinheit zum Thema „Vision Liblar 2040 – neu gedacht. Smart gemacht.“ überzeugte Julian Lange vom Ville-Gymnasium in Erftstadt-Liblar die Jury durch einen innovativen, handlungs- und lösungsorientierten Unterrichtsansatz im Kontext einer Unterrichtsreihe zu globalisierten und digitalisierten Räumen.

In seiner Stunde analysieren die Schülerinnen und Schüler zunächst internationale Beispiele für Smart Cities, bevor sie eine eigene Vision für einen Straßenzug im Schulort entwickeln. Diese Vision wird mithilfe eines KI-Prompts visuell umgesetzt, sodass sie im Unterricht gemeinsam diskutiert und weiterentwickelt werden kann.

Die Jury lobte insbesondere den kreativen Einsatz von KI als Werkzeug für Ideenentwicklung und Reflexion sowie die klare methodische Struktur der Stunde. „Herrn Lange ist es gelungen, eine spannende, aktivierende Unterrichtseinheit zu gestalten, die Kreativität und kritisches Denken gleichermaßen fördert“, so die Begründung von Jurymitglied Dr. Volker Meyer des Klett Verlags.

2. Preis: Mareike Tengen, Osnabrück: „Kann die A40 bei Essen als ‚Sozialäquator‘ bezeichnet werden?“

Mit ihrer Unterrichtsidee für die obere Sekundarstufe I greift Mareike Tengen, Immanuel-Kant-Gymnasium Bad Oeynhausen, ein gesellschaftlich hochrelevantes Thema auf: soziale Segregation und Stadtentwicklung am Beispiel der Stadt Essen. In der Einheit „Perspektiven einer menschengerechten Urbanität“ schlüpfen die Schülerinnen und Schüler in fiktive Rollen realitätsnaher Stadtbewohner und erkunden, wie sich unterschiedliche Lebenslagen auf Wohnorte und Lebensqualität auswirken.

Das daraus entstehende Lernprodukt, eine „lebendige Karte“ der Stadt, macht die sozialen Gegensätze nördlich und südlich der A40 sichtbar und erfahrbar. Die Jury würdigte die didaktisch ausgefeilte Kombination aus Analyse, Empathie und Handlungsorientierung sowie die hohe Übertragbarkeit des Konzepts auf andere Städte.

3. Preis: Sarah Kuhn, Flensburg: „Sollte der Flensburger Bahnhof in die Innenstadt verlegt werden?“

Den dritten Preis erhielt Sarah Kuhn vom Alten Gymnasium Flensburg. Ihre Unterrichtseinheit für die 11. Klasse thematisiert einen realen Raumnutzungskonflikt in der eigenen Stadt und regt zur reflektierten Auseinandersetzung mit nachhaltiger Raumentwicklung an.

Unter der Leitfrage „Sollte der Flensburger Bahnhof in die Innenstadt verlegt werden?“ diskutieren die Lernenden mithilfe einer Argumentationswippe verschiedene Perspektiven und dokumentieren die Entwicklung ihrer Standpunkte. Die Jury hob hervor, dass der Entwurf aktuelle, lebensweltnahe Fragestellungen aufgreift und Argumentationskompetenz sowie Urteilsbildung gezielt fördert.

Über den Wettbewerb „Geo Innovativ“

Der Wettbewerb „Geo Innovativ“ wird alle zwei Jahre vergeben. Er wurde vom Ernst Klett Verlag und dem Verband Deutscher Schulgeographie e.V. ins Leben gerufen, um didaktisch überzeugende und kreative Unterrichtsideen aus der Praxis sichtbar zu machen. Die prämierten Beiträge zeichnen sich durch hohe Schüleraktivierung, methodische Vielfalt und gesellschaftliche Relevanz aus. Der Jury gehören Fachpraktiker aus Schule und Wissenschaft an.

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