Für die Schulbuchproduktion kam Recyclingpapier lange Zeit kaum in Frage. Das vor allem, weil die Anforderungen an Schulbücher sehr hoch sind: Sie müssen stabil, gut lesbar und über mehrere Jahre hinweg nutzbar sein. Typische Eigenschaften von Altpapier standen diesen Anforderungen lange Zeit entgegen. In den vergangenen Jahren hat sich der Papiermarkt jedoch deutlich weiterentwickelt. Moderne Recyclingpapiere erfüllen heute Qualitätsanforderungen, die für die Schulbuchproduktion entscheidend sind. Der Ernst Klett Verlag druckt seit Anfang 2026 einen Großteil seiner Schulbücher auf Recyclingpapier. Und setzt damit einen weiteren Schritt hin zu ressourcenschonenderer Produktion und Kreislaufwirtschaft um.

Ein Gespräch mit Alexander Wolff, Leiter Einkauf und Produktion.

Recycling statt Frischfaser: Ein neuer Standard für Schulbücher

Herr Wolff, für viele ist das sicher überraschend, warum erfolgt die Umstellung auf Recycling-Papier erst jetzt?

Bislang gab es keine Lieferanten, die unseren Bedarf an hochwertigem, gestrichenen Recycling-Papier in der benötigten Menge decken konnten. Das hat sich inzwischen geändert, aktuell gibt es in Europa einen Produzenten, der unsere Anforderungen erfüllt und dies auch in Bezug auf das bisher eingesetzte Papier für uns kostenneutral anbieten kann.

Was war denn die größte Herausforderung bei der Papierwahl?

Entscheidend war, ein Material zu finden, das den hohen Anforderungen an Schulbücher gerecht wird. Eigenschaften wie Gewicht, Weiße, Reißfestigkeit und Langlebigkeit wurden über viele Jahre optimiert und sollten erhalten bleiben.

Wie umfassend ist die Umstellung auf Recycling-Papier beim Ernst Klett Verlag heute und was bedeutet das für die Umweltbilanz?

Seit 2026 wird mehr als die Hälfte unserer Schulbücher auf Recyclingpapier gedruckt. Das entspricht über 1.000 Tonnen Papier und spart jährlich etwa 250 Tonnen CO2 ein.

Die übrigen Titel produzieren wir weiterhin und allein mit Papieren aus nachhaltiger Forstwirtschaft, dafür gelten bei uns im Einkauf klare Standards. Die Produktion unserer Schulbücher erfolgt vollständig in Deutschland. Durch Optimierung der Produktionsprozesse in den vergangenen Jahren konnten wir unsere CO2-Emissionen im Jahr 2025 bereits um 25% gegenüber dem Referenzjahr 2021 senken.

Die Umstellung auf Recycling-Papier wird in den Folgejahren zu einer deutlichen Reduktion führen. Umso mehr freuen wir uns, diesen Schritt jetzt gehen zu können und damit einen weiteren Beitrag zu einer nachhaltigeren Schulbuchproduktion zu leisten.

Schulbücher sind langlebige Produkte

Auch Verpackungsmaterialien bestehen vielfach aus Papier und Pappe. Wie geht der Verlag damit um?

Bei Verpackung und Versand achten wir auf einen bewussten Umgang mit Ressourcen. Verpackungsmaterialien sollen dort reduziert werden, wo es möglich ist, und zugleich den notwendigen Schutz der Produkte sicherstellen. Denn Schulbücher und Unterrichtsmaterialien müssen unbeschädigt bei Schulen und Handel ankommen.

Im Fokus stehen deshalb passgenaue Verpackungen, die Vermeidung unnötiger Füllmaterialien und die Optimierung von Versandprozessen. So konnten wir den Materialeinsatz, das Transportvolumen und die Abfallmengen deutlich verringern.

Vielen Dank für das Gespräch.

(Das Gespräch ist erstmals im Nachhaltigkeitsbericht 2025 erschienen und wurde leicht überarbeitet.)

Papier als Unterrichtsthema 
In seinem Blog stellt der Ernst Klett Verlag regelmäßig fächerübergreifende Unterrichtsmaterialien und spannende Anregungen rund um die Themen der Nachhaltigkeit zur Verfügung.