Immer mehr Lehrpläne verlangen die Vermittlung neuer Kompetenzen, wie etwa die Medien- oder die Verbraucherbildung. Wie gesellschaftspolitische Diskurse Schülerinnen und Schüler erreichen, das zeigen neue Lehrwerkskonzepte aus dem Ernst Klett Verlag für NRW.

In einer sich wandelnden Gesellschaft ändern sich auch die Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler erlangen müssen. Neue Lehrpläne bilden dabei den Rahmen. In welcher Form sie vermittelt werden, das bleibt den Lehrkräften und den Verlagen überlassen. Eines der Stichpunkte dabei lautet: schüleraktivierend vermitteln. Doch wie werden neu geforderte Kompetenzen wie etwa die Verbraucherbildung oder die Medienbildung in die Lernmaterialien verwoben?

Schülernahe Texte und Aufgaben

Für das Autorenteam des neuen Klett-Lehrwerkes „starkeSeiten Wirtschaft“ war etwa die „erwachsene“ Sicht des Lehrplans auf die darin neu verankerte Verbraucherbildung eine Herausforderung, wie Nils Theurer, Lehrer aus Freiburg berichtet: „Jugendliche dürfen keine Kredite aufnehmen. Trotzdem kommt das Thema Kredite im Bildungsplan für die Klasse 5 schon vor.  Welches realistische Modell aber verstehen Kinder und Jugendliche? Wir mussten bei der Konzeption  schülernahe Erklärungen finden: Die Bank? Die Eltern. Das regelmäßige Einkommen? Das Taschengeld.“ Und so gingen die Autoren Stück für Stück vor.

Schnelle Orientierung im Kompetenz-Dschungel

Beim Ernst Klett Verlag erhalten die neuen Lehrwerke für NRW zum Schuljahr 2019/20 eigene, neue Symbole, die etwa für die Medienkompetenz oder die Verbraucherbildung stehen. „Wir versuchen, aktuelle Diskurse abzubilden, wo immer es zum Lernstoff passt“, erklärt Dr. Ilas Körner-Wellershaus, Verlagsleiter im Klett Verlag das Prozedere. Für eine schnellere Orientierung gerade bei neuen Komptenzanforderungen ist eine eigene Symbolik für Aufgaben und Erklärungen hilfreich. Vor allem für die Lehrkräfte.

Begrenzter Platz im gedruckten Buch

„In digitalen Unterrichtswerken geht das mitunter ausführlicher als bei gedruckten. Die Lehrpläne und die vorgegebenen Stundenzahlen bleiben für uns aber immer leitend“, so Körner-Wellershaus. Heisst, der Platz in der gedruckten Welt ist begrenzt und auf das Lernjahr angepasst, deshalb muss Inhalt eingespart werden, wenn neuer hinzukommt. „Eine ständige Qualitätssicherung seitens der Redaktionen muss gewährleisten, dass das Verhältnis von Basis- zu Zusatzwissen ausgewogen bleibt.“ Damit bei Lehrkräften kein zusätzlicher Aufwand entsteht, werden neue Kompetenzen deshalb „organisch“ in die Lehrwerkskonzepte integriert. Alternativ können Themen in gesonderten Arbeitsheften vertieft werden, wie etwa neue Materialien zur Medienbildung in der Grundschule zeigen.

Weitere Informationen zur Medienkompetenz beim Ernst Klett Verlag.